Social Net(t)working und der Einsatz von Social Media in der regionalen Wirtschaftsförderung

Jeder Mensch ist Mitglied mehrerer verschiedener sozialer Netzwerke, ob im beruflichen oder privaten Bereich. Diese Netzwerke erlangen immer größere Bedeutung, seien es beispielsweise das Vorstellungsgespräch, das durch einen guten Bekannten arrangiert wurde oder im Austausch und Dialog von Experten in Netzwerken untereinander. Solch soziale Netzwerke haben bestimmte Merkmale. Eine bekannte Besonderheit ist z.B. das Kleine-Welt-Phänomen. Es besagt, dass jeder Akteur mit jedem anderen Akteur über eine Kette von sechs Bekanntschaftsbeziehungen verbunden ist. Gerade das Internet, wie auch z.B. Xing als Plattform insbesondere für die geschäftliche Vernetzung ermöglichen es, dass sehr schnell Regionen und neue Märkte über Kontakte und Verbindungen im eigenen Netzwerk erschlossen werden können. Ebenso können die Entwicklungen neuer Produkte und Dienstleistungen sowie der Wettbewerb über das Internet beobachtet werden.

Beschreibung des XING-basierten EnNet Netzwerks

Nach einer Recherche der bestmöglichen Plattform zum Aufbau eines „offenen“ sozialen Kompetenznetzwerkes über das Internet im Bereich des „energieoptimierten Bauens und Energiekompetenz“ wurde Xing ausgewählt. Die Unabhängigkeit von Zeit und Ort zur unkomplizierten Kontaktaufnahme mit Mitgliedern sowie die Beziehungspflege zu Bekannten und Kollegen sind als die größten Vorteile von Xing zu sehen. Die schnelle Verbreitung von Inhalten, die Wissensaufnahmen durch die Gruppen und die Teilnahme an Events über Xing wird gewährleistet. Auf Basis einer umfangreichen Umfeldanalyse wurde die Xing Gruppe EnNet strukturiert aufgebaut und entsprechend moderiert. Durch das Angebot relevanter Artikel in den Foren, einem regelmäßigem Newsletter über Xing und das Angebot virtueller Veranstaltungen (Webinare) im Netzwerk sowie schon umgesetzter und noch geplanter Aktionen, wie Workshops und Treffen vor Ort, wurde den Teilnehmern im virtuellen Netzwerk ein annehmbares und überschaubares Angebot dargestellt. Das Angebot der Treffen vor Ort wurde gut angenommen und neue gewonnen Teilnehmer des Kompetenznetzwerkes über Xing nahmen an diesen Treffen teil.

Folgende Design-Prinzipien und Ziele wurden bei der Konzeption des Netzwerks beachtet:

  • Das EnNet Kompetenznetzwerk via Xing ist für alle interessierten Personen offen
  • Eine Mitgliedschaft in der Gruppe wird durch die Moderatoren bestätigt
  • Jeder Netzwerkteilnehmer kann aufgrund der offenen Forenstruktur an Informationen, Diskussionsergebnissen, Beispielen und Tipps partizipieren
  • Der gemeinsame Austausch über Veranstaltungen vor Ort oder per Konferenz via Internet (Webinar) wird zur Teilnahme angeboten
  • In das Netzwerk werden etablierte, regionale und überregionalen Akteure aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik miteinbezogen
  • Die Vernetzung und Kooperation der Netzwerkteilnehmer untereinander ist gewünscht
  • Der Einsatz von Social Media Elementen unterstützt die virtuelle Vernetzung

Ziele des Kompetenznetzwerks EnNet sind die Stärkung der regionalen Wirtschaft im Bereich des energieoptimierten Bauens, die transparente Bündelung von Fachkompetenzen und Know-How sowie der schnelle Zugriff auf verfügbare Ressourcen im Bereich Passivhausbau im regionalen Umfeld.

Es lassen sich Tendenzen identifizieren, die zunächst ganz generell für eine verstärkte Ausprägung von Netzwerken sprechen. Die Entstehung von Kompetenznetzwerke die vor Ort oder auch verstärkt im Internet zu sehen sind, ist keine beiläufige Erscheinung, sondern die folgerichtige Antwort auf bestehende und sich verändernde Struktur- und Kultureffekte von Regionen und Märkten. Bedingt durch die steigende Komplexität der Produkte bzw. Produktionstechniken und der inzwischen fast allgegenwärtigen Präsenz von EDV-Komponenten, die auch vor Massenmärkten nicht Halt machen, sind an Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Produkten oder Dienstleistungen inzwischen häufig eine Vielzahl von Unternehmen beteiligt. Eine stärkere Vernetzung im Bereich des „energieoptimierten Bauens und der Energiekompetenz“ sowie der beteiligten Wirtschaftspartner kann der starken Zersplitterung der Wertschöpfungskette im Bau-Handwerk wirkungsvoll entgegen steuern. Angesichts der weiter wachsenden Komplexität im Wirtschaftsgeschehen mehren sich bei Organisationsentwicklern die Ansichten, dass „zukünftige strategische Herausforderungen immer seltener von einzelnen Organisationen im Alleingang zu bewältigen sein werden und Kooperation zur überlebenswichtigen Notwendigkeit wird (Roehl, H. & Rollwagen, I. 2004).“

Die Nachhaltigkeit von Kompetenznetzwerken definiert einen Such- und Lernprozess nach Veränderungsmöglichkeiten in Strukturen, Regionen und Märkten. Soziale Netzwerke via Internet und der Einsatz von Social Media in Netzwerken, wie Xing und Facebook sind demnach erforderlich, um Lernprozesse in Richtung Etablierung der Nachhaltigkeit zu initiieren, Produkte im Sinne der Nachhaltigkeit zwischen den an einer Wertschöpfungskette beteiligten Wirtschaftsakteuren zu optimieren oder Produkte und Dienstleistungen zu modernisieren. Social Net(t)working via Internet und der Einsatz von Social Media zur Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Sichtbarkeit von Kompetenzen können dabei ein Weg in die richtige Richtung für Regionen sein. Das FH.extra Projekt EnNet ist beendet. Die Xing Gruppe EnNet wurde im Rahmen des FH.extra-Projekes angelegt und im Modell erprobt. Projektträger ist die Fachhochschule des Mittelstands, Bielefeld. Die Xing Gruppe EnNet ist zu finden unter https://www.xing.com/net/priebcee7x/ennet-lippe/

 

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Über Petra Biernot (Mitglied bei Social Media OWL)

Petra Biernot, Inhaberin der KOMbid Kommunikationsberatung bringt Erfahrungen im Bereich der ganzheitlichen Unternehmenskommunikation, dem praxisnahem Projektmanagement sowie dem aktivem Vertriebs- und Netzwerksmanagements via Xing und Facebook mit. In zahlreichen Vorträgen und Seminaren wurden Kenntnisse im Bereich der internen und externen Unternehmenskommunikation und dem Einsatz neuer sozialen Medien wie Xing, Facebook, google+ und Co. in der Unternehmens- und Projektkommunikation weitergegeben. Durch die persönliche Zusammenarbeit in forschungsnahen Projekten mit Fachhochschulen in Ostwestfalen-Lippe wird der Transfer von Social Media - Trends in die Region und in die Unternehmen gewährleistet. Das Angebot einer Fördermittelberatung, insbesondere der des KFW-Gründercoachings und der Potentialberatung für Unternehmen runden das Portfolio der KOMbid Kommunikationsberatung ab.